Tagesrate oder Projektpauschale: Was auf der Rechnung steht

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Tagesrate oder Projektpauschale: Was auf der Rechnung steht

Tagesrate vs. Pauschale auf Freelancer-Rechnungen in der Schweiz: Welches Modell was auf der Rechnung erfordert und wie Sie Fehler vermeiden.

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Viele Schweizer Freelancer arbeiten mal nach Aufwand, mal mit einer fixen Projektpauschale — manchmal sogar beides auf derselben Rechnung. Was auf den ersten Blick nach einer Feinheit klingt, hat konkrete Auswirkungen: auf die Pflichtangaben, die MWST-Abrechnung und darauf, ob eine Rechnung bei einem Firmenkunden überhaupt als Vorsteuer geltend gemacht werden kann.

Tagesrate: Aufwand transparent ausweisen

Bei der Zeitabrechnung weist eine Freelancer-Rechnung typischerweise die Anzahl Stunden oder Tage sowie den vereinbarten Stundenansatz oder die Tagesrate aus. Die Leistungsbeschreibung sollte dabei klar sein — nicht bloss "Beratung", sondern "Konzeption Website, 12 h à CHF 145.00".

Was genau auf die Rechnung gehört

  • Anzahl Einheiten (Stunden, halbe Tage, Tage) klar beziffert
  • Ansatz pro Einheit in CHF
  • Leistungszeitraum (z.B. "Leistungen erbracht 02.06.–27.06.2026")
  • MWST-Betrag separat ausgewiesen, sofern MWST-pflichtig (Normalsatz 8.1 %)
  • MWST-Nummer der leistungserbringenden Person

Wer seine Rechnungsvorlage für Schweizer Verhältnisse korrekt aufgebaut hat, wird feststellen, dass sich Zeitabrechnungen darin problemlos abbilden lassen — die Tabelle mit Menge × Ansatz = Betrag ist der Standardfall.

Besonderheit: Reisezeit und Wartezeit

Reisezeit und Wartezeit sind nur dann verrechenbar, wenn das im Vertrag oder Angebot explizit vereinbart wurde. Fehlt diese Vereinbarung, ist es heikel, sie auf der Rechnung separat auszuweisen. Im Zweifel lieber als eigene Position mit Ansatz CHF 0.00 und Notiz "gemäss Vereinbarung" aufführen — so bleibt die Rechnung nachvollziehbar.


Projektpauschale: Einfach, aber mit Tücken

Eine Pauschale ist für viele Freelancer attraktiv: einmal verhandeln, dann in Ruhe arbeiten. Die Rechnung sieht schlanker aus — eine Position, ein Betrag. Aber genau hier entstehen Fehler.

Typische Probleme bei Pauschalrechnungen

1. Die Leistungsbeschreibung ist zu vage. "Webprojekt CHF 4'800.00" reicht nicht. Der Firmenkunde braucht eine Beschreibung, die klar macht, was mit der Zahlung abgegolten ist — schon nur wegen der internen Buchhaltung.

2. Der Leistungszeitraum fehlt. Auch bei einer Pauschale muss ersichtlich sein, für welchen Zeitraum oder welchen Projektumfang die Pauschale gilt. Das ist besonders relevant für die MWST-Abrechnung: Die Steuerschuld entsteht im Moment der Rechnungsstellung (bei vereinbarten Entgelten) respektive beim Geldeingang (bei vereinnahmten Entgelten).

3. MWST auf die gesamte Pauschale vergessen. Wer MWST-pflichtig ist, schuldet den Steuerbetrag auf dem vollen Pauschalpreis — auch wenn der Kunde diesen gar nicht bezahlt hat. Das ist besonders dann problematisch, wenn eine grosse Pauschale auf Kredit läuft. Die Grundlagen zur MWST-Pflicht und zu den aktuellen Sätzen erklärt der MWST-Leitfaden für 2026 übersichtlich.

So formulieren Sie eine Pauschalrechnung korrekt

Feld Beispiel
Beschreibung Konzeption und Gestaltung Relaunch Website, Phase 1 gemäss Offerte Nr. 2026-08
Leistungszeitraum März bis Juni 2026
Betrag exkl. MWST CHF 4'800.00
MWST 8.1 % CHF 388.80
Rechnungstotal CHF 5'188.80

Gemischte Rechnung: Pauschale plus Zusatzaufwand

In der Praxis kommt es häufig vor, dass ein Projekt auf Pauschalbasis vereinbart wurde, aber Zusatzleistungen (Scope Creep, Nachträge) nach Aufwand verrechnet werden. Das ist legitim — aber die Rechnung muss klar trennen.

Empfehlenswert ist eine Struktur wie folgt:

  1. Position 1: Projektpauschale gemäss Vertrag — CHF X
  2. Position 2: Nachtragsaufwand gemäss Vereinbarung vom [Datum], N Stunden à CHF Y — CHF Z
  3. Zwischentotal exkl. MWST
  4. MWST 8.1 %
  5. Total CHF

Wichtig: Wenn Sie auf einer solchen Rechnung die SnapBill App nutzen, können Sie Positionen mit unterschiedlichen Ansätzen frei kombinieren und das QR-Zahlungsteil automatisch generieren lassen — das spart manuelle Fehler bei IBAN und Referenznummer.


MWST-Nicht-Pflichtige: Was gilt hier?

Wer unter der Umsatzgrenze von CHF 100'000 pro Jahr bleibt und nicht freiwillig MWST-pflichtig ist, stellt Rechnungen ohne Steuerausweis. Das gilt für Tagesrate und Pauschale gleichermassen. Die Rechnung darf keinen MWST-Betrag und keine MWST-Nummer enthalten — auch nicht den Hinweis "MWST 0 %". Stattdessen: entweder gar kein MWST-Hinweis, oder auf Wunsch die Formulierung "Von der Mehrwertsteuer befreit gemäss Art. 10 MWSTG".


Welches Modell ist "besser"?

Das kommt auf das Projekt an — aber aus Rechnungssicht gibt es klare Unterschiede:

Kriterium Tagesrate Pauschale
Transparenz für den Kunden Hoch Mittel
Aufwand bei Erstellung Höher Tiefer
Risiko bei Scope Creep Beim Kunden Bei Ihnen
MWST-Risiko bei Zahlungsverzug Tiefer (anteilig) Höher (voller Betrag fällig)
Eignung für Wiederholungsaufträge Gut Sehr gut

Auf einen Blick

  • Tagesrate: Anzahl Einheiten, Ansatz, Leistungszeitraum und MWST sauber ausweisen. Reisezeit nur verrechnen, wenn vertraglich vereinbart.
  • Pauschale: Leistungsbeschreibung detailliert halten, Zeitraum nennen, MWST auf den vollen Betrag nicht vergessen.
  • Gemischt: Positionen klar trennen, Nachtrag mit Datum der Vereinbarung referenzieren.
  • Ohne MWST-Pflicht: Keine MWST-Angaben auf der Rechnung — weder Satz noch Nummer.
  • Bei Unsicherheiten zur Rechnungsstruktur lohnt sich ein Blick in den Praxisleitfaden für Freelancer-Rechnungen in der Schweiz — dort sind alle Pflichtangaben mit Beispielen erklärt.
  • Für die saubere Erstellung können Freelancer den Online-Rechnungsgenerator von SnapBill nutzen, der QR-Zahlungsteile korrekt nach Schweizer Standard generiert.

Häufige Fragen

Muss ich bei einer Pauschale die geleisteten Stunden trotzdem dokumentieren?

Für die Rechnung selbst ist keine Stundenaufstellung zwingend, solange die Leistungsbeschreibung klar ist. Intern empfiehlt sich jedoch eine Zeiterfassung — sie schützt Sie bei Streitigkeiten und ist nützlich, wenn der Kunde nachfragt. Für die MWST-Abrechnung spielt die interne Dokumentation keine direkte Rolle, wohl aber bei einer allfälligen Betriebsprüfung durch die ESTV.

Wie verrechne ich eine Tagesrate korrekt, wenn nur ein halber Tag gearbeitet wurde?

Sie können entweder eine halbe Tagesrate als eigene Position ausweisen (z.B. "0.5 Tage à CHF 960.00 = CHF 480.00") oder auf eine Stundenabrechnung wechseln. Wichtig ist, dass Menge und Ansatz auf der Rechnung eindeutig nachvollziehbar sind. Vermeiden Sie pauschale Formulierungen wie "diverse Arbeiten CHF 480.00" — das gibt bei Firmenkunden Probleme beim Vorsteuerabzug.

Darf ich bei einem Auftrag in CHF eine Pauschale und bei einem anderen eine Tagesrate wählen?

Ja, das ist vollständig Ihre unternehmerische Entscheidung. Verschiedene Aufträge dürfen unterschiedlich abgerechnet werden — entscheidend ist, dass das Abrechnungsmodell pro Auftrag im Voraus mit dem Kunden vereinbart und idealerweise schriftlich (Offerte, E-Mail, Vertrag) festgehalten ist. Nachträgliche Modellwechsel ohne Einverständnis des Kunden sind problematisch.

Wie behandle ich Spesen bei einer Projektpauschale in der Rechnung?

Wenn Spesen nicht in der Pauschale inbegriffen sind, werden sie als separate Position ausgewiesen — mit Betrag und kurzem Vermerk wie "Reisespesen gemäss Abrechnung vom 10.07.2026". Sind Spesen in der Pauschale inbegriffen, sollte das in der Leistungsbeschreibung erwähnt werden ("inkl. Reisespesen Schweiz"). Detaillierte Hinweise zur Trennung von Honorar und Spesen auf einer Rechnung finden sich im entsprechenden Leitfaden auf SnapBill.

Was passiert, wenn eine Pauschalrechnung vom Kunden nur teilweise bezahlt wird?

Bei der Abrechnung nach vereinbarten Entgelten (Soll-Methode) schulden Sie der ESTV die MWST auf den vollen Rechnungsbetrag — unabhängig davon, ob der Kunde zahlt. Erst wenn Sie eine Verlustscheingläubigerin werden oder der Betrag definitiv uneinbringlich ist, können Sie die entsprechende MWST im Rahmen der Korrekturmöglichkeiten zurückfordern. Die Ist-Methode (vereinnahmte Entgelte) vermeidet dieses Problem, ist aber an Bedingungen geknüpft.

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